Irrungen.

Kennst du das?

Laufen, laufen, laufen und trotz tausender Schritte niemals ankommen. Jede Biegung schon zig Mal genommen, jede Lichtung entdeckt, jede Höhle erforscht und du bist doch niemals wirklich da. Dein Selbst in mehrere Teile zerstreut, den Kopf in den Wolken, das Herz irgendwo vergraben, die Karte dahin schon vor Meilen verloren. Die Monster unter dem Bett, im Kopf und an jeder Ecke. Kannst nicht mehr sagen wann Tag und Nacht ist. Du stehst ganz am Anfang, dabei zerbersten deine Lungen schon fast, weil du schon ewig unterwegs bist. Du bist getrieben und du weißt nicht mal was da hinter dir her ist. Vielleicht verfolgst du dich selbst. Alles zu laut, gleichzeitig zu leise. Die Beschilderung kaputt, ein Labyrinth und an allen Ecken nur Sackgasse. Dunkelheit. Blendendes Licht.

Ich kämpfe mit meinen Gedanken um zu beschreiben, wie es mir die letzten Jahre oft ging. Das es nur wenige Momente gab, in denen ich mich nicht gejagt gefühlt habe. In denen ich bewusst genießen konnte, ohne Selbstzweifel, ohne Angst, ohne die Monster. Ich hab lange nicht verstanden, dass ich mich nicht alleine schützen muss. Dass ich Schutz von außen zulassen darf, muss. Dass ich vielleicht gar nicht von etwas Schlechtem verfolgt werde, sondern von Menschen dir mir versuchen zu helfen. Ein selbst aufgebautes Schutzschild ist schön und gut, solange es dich beschützt. Meins hat mich abgeschirmt. Ich bin kein sozialscheuer Mensch, im Gegenteil, allerdings bekam niemals jemand mehr zu sehen als ich es zuließ. Aus Angst? Vor lauter Selbszweifeln? Ich kann es mir selbst gar nicht beantworten. Mittlerweile weiß ich es einfach besser.

Manchmal muss man einfach springen. Und man muss „Ja“ sagen, wenn man bereit ist Hilfe anzunehmen. Wenn man eine Hand gereicht bekommt, wenn der Schutzwall bröckelt, dann ist es okay das nicht alles alleine zu machen. Egal in welcher Form man sich Hilfe sucht. Oder stehen bleibt und sieht das Hilfe unterwegs ist.Nein du musst nicht alleine stark sein, du darfst in einer anderen Umarmung zusammen brechen, dich aufbauen lassen und dann wieder weinen. Wenn du deinen Kopf auf einer Schulter ablegen kannst wird es sehr viel leichter sein mit den Problemen umzugehen. Ein zweites Schutzschild. Nimm Hilfe an wenn du bereit bist. Kein Schmerz dieser Welt muss alleine ausgehalten werden. Das Sprichwort „Doppeltes Leid, ist halbes Leid.“, ist keine doofe Floskel.

Bleib endlich stehen. Da ist Hilfe unterwegs, jemand mit einer Leiter. Damit du nicht mehr in diesem verdammten Labyrinth fest sitzt.

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