Ein flüchtiges Gefühl.

Als ich heute Morgen aufgewacht bin war etwas anders, ich kann noch nicht sagen was genau. Aber in meinen Zehenspitzen spüre ich ein leichtes Prickeln, mein Kopf fühlt sich ganz leicht an. Mein Herz schwebt. Alles geht mir leicht von der Hand, beim morgendlichen Lauf schaffe ich mehr als sonst und selbst das Wasser schmeckt besser.

Ich lache mehr als sonst, bin unbeschwert und kann durchatmen. Die letzten Wochen fühlten sich erdrückend an. Etwas lag mir so sehr auf der Brust, dass ich kaum  Luft bekam. Doch jetzt ist das Gewicht weg, mein Herz hat Platz um in der Brust zu schlagen, um sich endlich zu befreien. Es fühlt sich an wie Glück, aber ich möchte es nicht laut aussprechen, zu flüchtig dieses Wort, zu vergänglich das Gefühl. Aber vielleicht ja doch..

Die Musik laut aufgedreht, die Füße schneller als der Kopf. Die Sonne scheint, endlich Wärme. Endlich Licht. Wie hab ich das vermisst, die Sonnenstrahlen, die dünne Jacke, die großen Sommermomente. Ich mache alleine einen Spaziergang, heute kann ich gut alleine sein. Ich lächle, nicht für Andere. Heute lächle ich für mich. Um mir zu beweisen, dass ich das noch kann. Mein Gesicht spannt, ich hab schon lange nicht mehr gelächelt. Es fühlt sich schön an.

Mein Gesicht ist warm, auf der Zunge liegt ein Geschmack von absoluter Zufriedenheit. Zufriedenheit schmeckt süß, schmeckt nach mehr. Macht süchtig. Zufriedenheit macht abhängig, wie meine liebste Schokolade. Mein Gesicht ist nass, es regnet nicht. Meine Tränen fließen in Strömen an meinen Wangen herunter. Freudentränen, Tränen der Befreiung, Tränen der Freiheit. Seit Monaten, nein Jahren herrscht Druck. Und diesen Morgen hat er sich einfach in Wohlgefallen aufgelöst.

Bin ich Zuhause? Ich weiß es nicht. Vielleicht bin ich noch nicht endgültig angekommen. Aber jetzt, heute, da bin ich es. Meine Füße hinterlassen Spuren im nassen Sand. Die Wellen liegen still, spiegeln mein Gemüt. Vielleicht stürmt es Morgen wieder und die Wellen toben, wie mein Gemüt. Aber erst Morgen. Heute fühlt es sich an wie Zukunft.

Als ich heute Morgen aufgewacht bin war etwas anders. Ist das dieses Glück von dem alle sprechen? Vielleicht. Zu flüchtig. Doch so beruhigend. Es geht mir gut.

 

 

 

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