Das erste Mal.

„Irgendwie spüre ich es schon seit Tagen.

Das Gefühl zu schweben, mehr Luft als sonst in den Lungen haben. Und ich glaube du merkst es auch. Unsere Beziehung ist an einem neuen Punkt, noch aufregender, noch intensiver. War ich mir meiner Gefühle jemals so sicher? Nein. Heute werde ich das erste
Mal sagen dass ich dich liebe. Ich war schon verliebt, wurde schon geküsst. Aber bis jetzt war kein Kuss so intensiv gewesen wie deiner. Ich hab noch nie geliebt. Bis gestern.

Als du da standest, nur in Jogginghose, und den Tisch für das Frühstück gedeckt hast. Da fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Du hast dich umgedreht, über meinen blöden Witz gelacht und in mir ist etwas explodiert. Erst konnte ich es nicht beschreiben, wie auch, wenn dieses Gefühl in meiner Brust, in meinem Bauch, so neu war. So ungewohnt. Wir sind schon eine Weile zusammen, aber ab heute sind wir es erst so wirklich. Ich schließe die Augen, atme ein, atme aus. Versuch diesen Funken zu bündeln und abzuspeichern. Obwohl ich das nicht brauche, denn sobald du in meiner Nähe bist kommt es von ganz alleine.

Wie du lachst, schräg zu deiner Musik singst und mir dann zuzwinkerst. Wenn du auf meine Kosten einen Witz machst, ich aus Mitleid lache und du dann schmollst. Wenn du mich so fest umarmst dass alles wieder an seinen Platz gerückt wird. Wie schnell mein Herz schlägt wenn ich deinen Namen auf meinem Handydisplay sehe. Ich mich geborgen fühle, angekommen, heile. Alle diese Momente kommen an diesem einen Punkt zusammen. Von diesen ganzen Millionen Möglichkeiten, die hätten verhindern können dass du so vor mir stehst, hat unser Weg sich getroffen, du hast mich getroffen.

Ich muss lächeln. Wer weiß was noch kommt, vielleicht sind wir ja nicht für immer. Aber jetzt fühl es sich so an. Eine kleine Ewigkeit. Unser für immer, das reicht mir im Moment. Wer weiß wie du gleich reagieren wirst wenn ich dich damit überfalle. Ich möchte nicht auf den perfekten Moment warten um dir das zu sagen. Ich will es dir sofort erzählen, vielleicht auch flüstern. Wir brauchen keinen Moment. Ich brauche die Gegenwart, mit dir darin.

Als ich zu dir ans Bett komme hältst du bereits deine Arme auf. Doch ich bleibe auf der Bettkante sitzen, atme unbeständig. Du schaust mich fragend an, mein Herz rast. „Ich liebe dich.“ Die drei Wörter kommen hastig aus meinem Mund, mehr Luft als alles andere. Also sag ich es nochmal. Und dann sehe ich das Blitzen in deinen Augen. Du erwiderst nichts, aber das war noch nie nötig gewesen. Ich verstehe voll und ganz. Jetzt sind wir angekommen. Hier bei uns.

Vielleicht sind wir ja nicht für immer. Aber jetzt fühlt es sich so an.“

 

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